Kurztrip nach Wesel Bislich

Argwöhnisch werden wir bei unserer Ankunft beäugt. Obwohl Anne und Martin mit ihrem James Cook  – und das ist nicht abwertend gemeint – ein Auto von der Stange fahren, fällt der Wagen durch die damals nicht unerheblich aufpreispflichtige Sonderlackierung in blau sehr auf. Dann folge ich als krasser Kontrast mit dem gelben Ex-Paketbeschleuniger und hebe damit die heile weiß-beige Wohnmobilwelt komplett aus den Angeln. Und als sei das noch nicht genug, parken wir längs nebeneinander auf schräg angeordneten Parkplätzen. Nicht, dass wir so mehr Platz benötigen, als wenn wir schräg geparkt hätten, aber es ist halt gegen die Ordnung, an der spießige Deutsche festhalten bis zum Untergang.

Apropos Untergang: der Rhein ist an diesem Tag nicht so richtig hoch, aber dennoch ganz nett zu betrachten. An dieser Stelle in Wesel Bislich, wohin es uns relativ spontan verschlagen hat, legt auch die Personenfähre an, die nach Xanten übersetzt, so dass auch die Schiffegucker voll auf ihre Kosten kommen. Leider hat der Pommeswagen an den beiden Tagen, die wird dort stehen, nicht geöffnet, was wohl dem derzeitigen Schützenfest im Ort geschuldet ist, wo wir dann bei unserem Besuch dennoch auf unsere Kalorien Kosten kommen. Immerhin ein Eiswagen taucht an einem der Tage auf und sorgt für eine willkommene Abkühlung.

Man findet vor Ort Sitzmöglichkeiten und Tische, kann den Rhein entlangspazieren, angeln oder die umliegende Gastronomie beehren. So kommt es, dass hier offensichtlich immer etwas los ist. Neben Wohnmobilen tauchten hier auch Fahrräder, Motorräder, (teilweise sogar recht exotische) Autos und Fußgänger mit und ohne Kind oder Hund auf. Teilweise wird dies durch eine offensichtlich häufiger hier anzutreffende Wohnmobilistin lauthals kommentiert. So weist sie Falschparker mehr als energisch auf ihr Fehlverhalten hin und auch ihr Lebensgefährte springt ganz schnell in die Adiletten und aus dem Wohnmobil, wenn ihm die Sicht auf den Rhein verbaut wird. Wir werden durch dieses „Programm“ definitiv sehr gut unterhalten, vor allen Dingen, wenn die Ertappten entsprechend schlagfertig reagieren.

Greifen wir das Thema Ordnung doch mal kurz auf. Es handelt sich bei diesem Spot um einen öffentlichen Parkplatz, in dem es neben den Standard- und zwei Behindertenparkplätzen halt auch noch 7 Stellplätze für Wohnmobile gibt. Obwohl für diese eine zeitliche Einschränkung von 8 – 20 Uhr gilt, hält sich in der Praxis niemand daran. Nicht mal die eben erwähnte Dame verlässt den Platz über Nacht. Weitere Einrichtungen für Wohnmobilisten wie zum Beispiel eine Ver- und Entsorgungsstation oder Strom sind leider nicht vorhanden. Aktuell (Mai 2018) wird wohl über einen richtigen Wohnmobilstellplatz in Bislich diskutiert, aber die Meinungen dazu gehen laut Medienberichten wohl weit auseinander.

Letztlich ist der beschriebene Parkplatz für einen Kurzaufenthalt dank seiner Lage am Wasser auch ausreichend und durchaus empfehlenswert. Und wenn man richtig parkt, wird man morgens auch nicht vom einem weiteren selbsternannten Platzwart in eine Diskussion verwickelt.

Nachfolgend noch ein paar Bilder vom Parkplatz und seinem Umfeld:

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